Die Frage, ob sich Infrarotpaneele lohnen, wird im Internet sehr kontrovers diskutiert. Installateure für Gasheizungen sagen natürlich, dass sie zu teuer im Betrieb sind, während Verkäufer von Infrarot das Gegenteil behaupten. Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte und hängt stark von Ihrem Haus, Ihrem Nutzungsverhalten und dem Strompreis ab. Machen wir also eine ehrliche Rechnung ohne Marketingversprechen.

Die Anschaffungskosten sind unschlagbar günstig

Vergleichen wir ein typisches Einfamilienhaus mit einhundertvierzig Quadratmetern Wohnfläche. Eine neue Gasheizung inklusive Kessel, Kamin, Heizkörpern, Verrohrung und Montage kostet im Jahr 2026 mindestens achtzehntausend bis zweiundzwanzigtausend Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung liegt sogar bei fünfundzwanzigtausend bis dreißigtausend Euro. Eine komplette Infrarotheizung für dasselbe Haus, bestehend aus acht bis zehn Paneelen und smarten Thermostaten, kostet inklusive Montage nur etwa siebentausend bis neuntausend Euro. Sie sparen also am ersten Tag bereits zehntausend bis zwanzigtausend Euro. Dieses Geld können Sie auf die Bank legen und damit viele Jahre lang die Stromkosten bezahlen, selbst wenn der Verbrauch etwas höher wäre.

Wie hoch sind die laufenden Betriebskosten wirklich?

Der wichtigste Punkt ist der Verbrauch. Ein modernes, gut gedämmtes Haus nach KfW 55 Standard hat einen Wärmebedarf von etwa vierzig Watt pro Quadratmeter. Für einhundertvierzig Quadratmeter benötigen Sie also etwa fünftausendsechshundert Watt Heizleistung. In einer durchschnittlichen Heizsaison in Deutschland laufen die Paneele etwa eintausenddreihundert Stunden unter Volllast. Das ergibt einen Jahresverbrauch von etwa siebentausendzweihundertachtzig Kilowattstunden Strom.

Bei einem aktuellen Strompreis von neunundzwanzig Cent pro Kilowattstunde sind das etwa zweitausendeinhundert Euro Heizkosten pro Jahr. Ein vergleichbares Haus mit Gas verbraucht etwa zehntausend Kilowattstunden Gas für etwa eintausendzweihundert Euro plus Grundgebühr, Schornsteinfeger und Wartung, also insgesamt etwa eintausendsechshundert Euro. Die Infrarotheizung ist im reinen Netzbezug also etwa fünfhundert Euro teurer im Jahr als Gas.

Wann sich das Blatt komplett wendet: Die Kombination mit Photovoltaik

Diese Rechnung gilt nur, wenn Sie hundert Prozent Ihres Stroms aus dem Netz kaufen. Besitzen Sie eine Photovoltaikanlage mit zehn Kilowatt Peak auf dem Dach, sieht die Rechnung völlig anders aus. Eine solche Anlage produziert in Deutschland etwa zehntausend Kilowattstunden pro Jahr. Davon können Sie durch die smarte Steuerung der Infrarotpaneele etwa viertausend Kilowattstunden direkt für das Heizen nutzen.

Diese viertausend Kilowattstunden müssen Sie nicht für neunundzwanzig Cent kaufen, sondern produzieren Sie für etwa acht Cent. Dadurch sinken Ihre jährlichen Heizkosten von zweitausendeinhundert Euro auf nur noch etwa eintausenddreihundert Euro. Damit sind Sie günstiger als Gas und haben keinerlei Wartungskosten, keinen Kamin, keine Abgasmessung und keine Angst vor steigenden CO2-Steuern.

Für wen lohnt es sich also und für wen nicht?

Infrarotpaneele lohnen sich immer dann, wenn Sie in einem gut bis sehr gut gedämmten Neubau oder in einer sanierten Wohnung wohnen, wenn Sie eine Photovoltaikanlage besitzen oder planen, wenn Sie keinen Platz für einen Heizraum haben oder wenn Sie eine Ferienwohnung, ein Büro oder eine Werkstatt nur zeitweise beheizen wollen. In diesen Fällen sind sie die mit Abstand günstigste und komfortabelste Lösung. Weniger lohnen sie sich in einem völlig unsanierten Altbau aus den sechziger Jahren mit einfach verglasten Fenstern und einem Verbrauch von zweihundert Watt pro Quadratmeter. Dort wäre der Stromverbrauch ohne Sanierung einfach zu hoch. In jedem anderen Fall ist die Infrarotheizung aber eine finanziell extrem kluge Entscheidung, weil Sie die enorme Investition in ein wasserführendes System sparen und dieses gesparte Geld die etwas höheren Betriebskosten für mehr als zwanzig Jahre ausgleicht.

Artikel aus derselben Kategorie: